Vor der Veloreise
Endlich ist es so weit! Seit Ostern bereiten wir uns auf die langersehnte Reise vor.
Um unsere Kondition auf ein annähernd „jakobswegtaugliches“ Niveau zu bringen (von Genf aus sind es doch rund 2000 km) benutzen wir jede Gelegenheit, um auf unsere Drahtesel zu steigen. Da zur Distanz auch sehr viele Höhenmeter dazu kommen, versuchen wir bei unseren Trainingsfahrten rund um den Thurgau möglichst viele Hügel mit einzubeziehen.
Nebst der Stärkung unserer Beinmuskulatur gilt unser Hauptaugenmerk der Reiseroute. Ziel ist es, mit unseren Reiserädern auf, oder zumindest so nahe wie möglich am Jakobsweg entlang fahren zu können. Da unser robustes Outdoor-GPS-Gerät leider nicht von sich aus weiss, auf welchen Strassen wir uns am besten mit dem Velo fortbewegen um nicht ständig dem Autoverkehr ausgesetzt zu sein, haben wir am Computer in ungezählten Stunden unsere Jakobsweg-Route eingerichtet. Zusätzlich sind die Sehenswürdigkeiten an unserer Strecke mit Wegpunkten markiert. Die etwas aufwendige Routenplanung sollte uns während der Reise eigentlich erlauben auf das mühsame Wegesuchen und das Einlegen von Ehrenrunden verzichten zu können. Dieser Aufwand sollte dazu führen, dass wir auf der Fahrt mehr Zeit haben fürs Schauen, Staunen, Begegnen oder ganz einfach um die Seele baumeln lassen zu können!
13.10.09: 31. Tag Santiago de Compostela
Genau einen Monat nach unserem Prolog in Genf findet heute unsere Triumphfahrt nach Santiago de Compostela statt! Wahrscheinlich vor lauter Aufregung haben wir gar nicht gut geschlafen. Deshalb waren wir schon sehr früh bereit, um unsere letzte Etappe in Angriff zu nehmen. Die heutige Fahrt sollte von Anfang bis zum Ende ein Genuss werden! Und tatsächlich fiel uns gar nichts mehr schwer. Es rollte wie von selbst! Ein paar Kilometer vor dem Ziel erwartete uns noch der Monte do Gozo. Von diesem Aussichtspunkt aus ist die Stadt Santiago de Compostela das erste Mal zu sehen. Nun ging es rasch und schmerzlos ins Zentrum der Stadt. Nach den obligaten Siegerfotos auf der Plaza do Obradoiro liessen wir uns auf dem Pilgerbüro unsere Compostela ausstellen. Nun hiess es noch eine Unterkunft für die nächsten 3 Nächte zu finden. Auf der Strasse warten Privatvermieter auf die Touristen. Auch uns sprach ein Herr an, dem wir schliesslich zwei Strassen weiter gefolgt sind, um uns das angebotene Zimmer anzuschauen. Das sehr ruhig gelegene Zimmer, kaum 100 Meter von der Kathedrale entfernt, hat alles, was wir brauchen. Frisch geduscht, gut verpflegt und einfach nur zufrieden, machen wir uns auf den Weg, die verschiedenen Sehenswürdigkeiten von Santiago de Compostela zu erkunden. Natürlich durfte die Umarmung der Statue des Hl. St. Jakob in der Kathedrale nicht fehlen.
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12.10.09: 30. Tag Arzúa
Nach dem spanischen Frühstück mit Tostadas, selbstgebackenem Cake und Magdalenas machen wir uns auf, den 30. Velotag zu absolvieren. Der heutige Tag führte uns durch Galiziens grüne Landschaft, die sehr stark an unsere Schweiz erinnert. Für einmal zeitweise durch Rückenwind unterstützt, ging es wie schon so oft auf und ab. Bis Arzúa, unserem Ziel, summierten sich knapp 1000 Höhenmeter auf 53,7 km. Am Ortseingang strahlte uns eine wunderschöne, moderne Pension entgegen. Für 36 Euros hatten wir hier ein Doppelzimmer reserviert. Kaum zu glauben, aber wahr! Nach einer erfrischenden Dusche waren wir bereit für das Mittagessen im Gartenrestaurant.
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11.10.09: 29. Tag Portomarin
Gestärkt mit den guten Wünschen und dem "üppigen" Frühstück (um die Konfitüre mussten wir fast kämpfen), machten wir uns wieder einmal im dichten Nebel auf die lange Abfahrt. Nach ein paar Kilometern riss dann die Nebeldecke auf und die Sonne zeigte sich über Samos. Eine kurzweilige, hügelige Fahrt erwartete uns, mit Landschaften, wie wir sie bei uns in der Schweiz auch kennen. Gegen 13 Uhr hatten wir die gut 60 km hinter uns gebracht, und Portomarin begrüsste uns. Der Stausee, der das alte Portomarin eigentlich überflutet, hatte Niedrigwasser, sodass die alte Brücke und viele Ueberreste der versunkenen Stadt noch sichtbar waren. Zusammen mit dem Sonnenschein ergaben sich wunderbare Fotomotive. Temperatur, Leute, Hotel und Essen - alles stimmt! Das ergibt einen wunderbaren Ferientag!
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10.10.09: 28. Tag Alto do Poio
Es fällt uns schwer, aus den Federn zu kriechen und das schöne Hotel zu verlassen, im Wissen, dass uns heute Abend nichts so komfortables erwartet auf 1335 m ü. M. Voller Zuversicht, dass uns heute bei einer Bergetappe endlich die Sonne begleiten würde, haben wir uns kräftig mit Sonnencrème eingerieben. Wir sind gut gelaunt durch die fruchtbare Weingegend des Bierzo, vorbei an der alten Stadt Villafranca del Bierzo geradelt und immer weiter ins Tal hinein gelangt. Erst nach ca. 24 km (natürlich auch leicht ansteigend!) ging es auf die richtige Passstrasse, die dann auch sofort steil anstieg. Auf ca. 14 km mussten nämlich noch 600 Höhenmeter bewältigt werden bis zum Alto do cebreiro (1300 m ü. M.) Rechtzeitig mit dem Beginn des Anstiegs hatte es tatsächlich wieder angefangen zu regnen, sodass wir auf dem ganzen Weg und oben auf dem Pass ausser Nebel nichts gesehen haben! Eine kleine Abfahrt, ein kurzer Aufstieg - Alto do San Roque (1270 m ü. M.) Eine kleine Abfahrt, ein längerer Aufstieg - Alto do Poio (1335 m ü. M.) Hier haben wir ein Zimmer reserviert in der Hoffnung, die schöne Bergwelt geniessen zu können. Nach einer Dusche und einem kurzen Aufenthalt an der Bar klarte der Himmel tatsächlich auf, und wir konnten bei einem Spaziergang noch einige interessante Sonnenfotos knipsen.
Nun harren wir der Dinge, die uns serviert werden. Der Hausherr ist Kellner, Koch und Hotelier in einem. Gescheiter wäre er Landwirt geblieben! Mit dem galizischen Charme eines Felsbrockens schlug er uns als ersten Gang Macarones mit Fleisch oder Sopa de verdura vor. Wir entschlossen uns zu Teigwaren. Im Prinzip stand am Nachbarstisch (eine dänische Pilgerin und ein Ire) die gleiche Frage zur Diskussion. Dummerweise entschloss sich der Ire einen Bruchteil einer Sekunde zu früh für Macarones, sodass die Dänin mit ihrem Suppenwunsch keine Chance mehr hatte. Es lohne sich nicht, für eine Portion Suppe die ganze Pfanne zu wärmen - Punkt!!! Da der galizische "Gastgeber" aus dem hintersten Krachen seine vorwiegend ausländischen Gäste partout nur in spanischer Sprache verstand, realisierte er nicht, dass der irische Gast sein Fleisch ohne Spiegelei wollte. Geliefert hatte er natürlich Fleisch unter Spiegelei. Eingeschüchtert versuchte der Pilger zu erklären, dass er kein Ei möchte. Kurz entschlossen kratzte der Wirt das Spiegelei vom Fleisch uns sprach in Spanisch: "So, jetzt hast du dein Fleisch ohne Ei!" Die Nettigkeiten setzten sich fort bis zum Morgenessen. Beim Abschied wollte er von uns wissen, was wir jetzt in der letzten Stunde seit dem Morgenessen gemacht hätten. Er habe gedacht, wir seien schon in Madrid. Er könne sich nicht vorstellen, dass man so lange habe mit Packen...
Er scheint aber doch ein Menschenfreund zu sein, denn als letztes hat er uns doch noch eine gute Reise gewünscht!
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09.10.09: 27. Tag Cacabelos
Gut geschlafen - ausgeruht stehen wir auf. Um 8 Uhr hat unser Gastgeber das spanische Frühstück bereit. Wir brechen auf in den kalten Morgen Richtung Cruz de ferro, dem höchsten Punkt auf unserer Reise (1505 m ü. M.) Die Nebelschwaden hängen tief in der rauen Berglandschaft und es ist ganz schön kalt (auch in Spanien!). Es sieht ganz so aus, dass sich unser Training gelohnt hat, denn wir steigen leicht und gleichmässig in die Höhe. Das GPS zeigt uns, dass wir die Höhe schon bald erreicht haben, aber wir können das berühmte Cruz de ferro erst im letzten Moment erkennen. Wie es sich gehört, steigen wir zum höchsten Punkt und legen dort unsere beiden Weinfeldersteine als Symbol für unsere Lasten ab. Da es empfindlich kalt ist, stülpen wir schon bald unsere Regenjacken, Ohrwärmer und die langen Handschuhe über und machen uns auf die Abfahrt. Zuerst erwarten uns aber noch einige knackige Aufstiege, bevor es dann steil hinunter nach Ponferrada geht. An ein "Sausenlassen" ist nicht zu denken. Es braucht die volle Konzentration und einige Kraft an den Bremshebeln um die 1000 Höhenmeter runter nach Molinaseca heil zu überstehen. Unterwegs mussten wir an meinem Velo 2 mal die Scheibenbremsen nachziehen, da das dauernde Rütteln auf der nicht sehr guten Strasse immer wieder die Bremsen lockerte. In Molinaseca zeigte sich dann endlich die Sonne und unsere Körper konnten sich aufwärmen. Auf der Brücke trafen wir einen spanischen Fusspilger. Wir haben uns gegenseitig fotografiert und kamen ins Gespräch. Als Pilger begegnet man sich viel offener. Nach zwei Sätzen ist klar, woher der andere kommt und weshalb er auf dem Camino ist. Unser Gesprächspartner erzählt uns aus freien Stücken, dass er 35 Jahre verheiratet war und jetzt glücklich geschieden sei... Nach ein paar gelungenen Fotografien in Molinaseca radelten wir weiter nach Ponferrada mit seiner mächtigen Templerburg. Auf der Plaza haben wir noch unser Mittagsmenue, bestehend aus 4 Gängen (1 Joghurt macedonia, 1 Magdalena, 1 spanisches Amaretti und getrocknete Aprikosen) zu uns genommen. Diese Energieration musste genügen für die Weiterfahrt bis Cacabelos unserem heutigen Ziel. Ein tolles, nur eineinhalb Jahre altes Hotel erwartete uns.
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08.10.09: 26. Tag Ruhetag in Murias de Rechivaldo
Nach dem Morgenessen fährt uns Kiko nach Astorga in die Stadt, damit wir uns noch die Kathedrale und die Altstadt betrachten können. Wir besuchen zudem das Museum del camino im Schloss von Astorga, das von Gaudí entworfen wurde. Eigentlich wollten wir in der Stadt bleiben und erst nach dem Essen zurückfahren, doch unser "Riecher" riet uns, das Mittagessen gescheiter bei Kiko einzunehmen. Recht hatte er! Wir entschlossen uns, den für diese Region typischen Eintopf Maragato zu bestellen. Amuse bouche: Schweinsöhrli in Sauce - 1. Platte: "Schlachtplatte à la Léonesa" (d.h. "nur" Fleisch: Siedfleisch, zwei verschiedene Sorten Speck, Wädli, Chorizo, Rippli) - uns wackelten schon jetzt die Schweinsöhrli - 2. Platte: Carbanzos (Kichererbsen) und Kohl - 3. Platte: Fidelisuppe - 4. Platte: Natillas con canela zum Dessert. Geschafft!!! Jetzt noch Kaffee und orujo. Flor hatte uns zuvor gedroht, als letztes werde sie uns noch einen Zitronensaft gegen unseren Husten servieren. Sie hat die Drohung wahr gemacht. War gar nicht so schlimm!
Heute Nachmittag haben wir gemerkt, dass Maragato ein Essen für Schwerarbeiter ist. Mit aller Mühe haben wir uns für einen Verdauungsspaziergang durch das Dorf geschleppt, sind nachher ins Bett geplumpst und haben unseren Mägen bis 20 Uhr Zeit gegeben, etwas Platz fürs Nachtessen zu schaffen. Jetzt haben wir einen kleinen gemischten Salat und einen Aufschnittteller hinter uns gebracht. Wir hoffen auf gute Nachtruhe und trockenes Wetter für morgen.
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07.10.09: 25. Tag Murias de Rechivaldo
Heute gab es leider nichts zu überlegen - Regenklamotten angezogen und sich wohl eingepackt mit dem Mut der Verzweiflung in die Fluten gestürzt! Die Fahrt nach Astorga erwies sich als Ritt auf der Surfwoge: Wasser von oben, von unten und beim Vorbeirauschen der 40-Tönner von überall! Dazu kam der ohrenbetäubende Lärm der Motoren. Es brauchte schon etwas Mut, sich da hinein zu stürzen. Aber auch dieses Abenteuer haben wir heil überstanden und sind in einer überaus lieblichen Hosteria Casa Flor bei Kiko und Flor in Murias de Rechivaldo gestrandet. Da die Wetteraussichten für den morgigen Tag nicht viel besser aussehen, brauchte es nicht viel Überzeugungskraft, um unseren Aufenthalt um einen Tag zu verlängern. Wir haben nämlich die Gewissheit, dass wir über genügend Zeit verfügen um unser Ziel zu erreichen, und die Wetterprognosen für übermorgen tönen besser.
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06.10.09: 24. Tag Léon
Joaquin hörte die ganze Nacht Regentropfen und konnte fast nicht schlafen. Am Morgen war aber nur noch die Strasse nass. Nach einem Morgenessen à la carte starteten wir zuversichtlich. Die Regenjacken zu oberst, in der Hoffnung sie nicht zu gebrauchen. Und tatsächlich: kein Tropfen bis Léon. Die rasante Einfahrt nach Léon (wir fuhren auf der 4-spurigen Autostrasse) gestaltete sich als relativ problemlos. Unser Hostal mitten in der Altstadt war einfach, gemessen an den 45 Euros, die wir für ein Doppelzimmer bezahlten, aber sehr gut. Im Nu waren wir bereit für die Stadtbesichtigung. Klar, nach einem Mittagessen in einem gestylten, von jungen Leuten geführten Restaurant, waren wir fit für das Wahrzeichen von Léon - die Kathedrale. Ueberwältigend waren die Hunderten von farbigen Fenstern. Da wir als Kunstbeflissene natürlich auch das Museum besuchten, erfuhren wir von einer engagierten, kompetenten Museumsführerin noch manches interessante Detail über die verschiedenen Kulturepochen und Stationen der Kathedrale.
Zum Glück hatten wir gut zu Mittag gegessen (erst spät natürlich). Wir Landeier hatten das Gefühl, dass wir durch die diversen Bars tingeln und die eine oder andere Tapa als Abendessen geniessen könnten. Aber das war mit gewissen Problemen verbunden. Was bestellst du? Wieviel bestellst du? Dazu musst du jedes mal ein Glas zu trinken bestellen. Wie verträgt sich das mit unserer morgigen Velotour??? Schlussendlich landeten wir beim spanischen Klon des Mc Donald und haben ein wirklich feines Boccadillo verspeist. Mittlerweile hatte es angefangen zu regnen, und unser zentral gelegenes Hostal erwies sich als Glücksfall.
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05.10.09: 23. Tag Sahagún
Auf der bisher wahrscheinlich flachsten Etappe unserer Fahrt konnten wir (ob wir wollten oder nicht!) "dank" des Gegenwindes eine Bergetappe trainieren. Zum Glück ist der Wind nicht mehr so kalt, wie in Frankreich, obwohl wir uns auf einer Höhe von 800-900 m ü. M. durch die eindrückliche Landschaft von Castilla y Léon bewegen. Da der Camino über längere Strecken parallel zu unserer Strasse verläuft, konnten wir besonders viele Fusspilger beobachten und feststellen, dass es uns mit unseren "Bobos" im Vergleich mit etlichen Läufern doch ganz gut geht.
Noch früher als gestern trafen wir an unserem Etappenort Sahagún ein. Es reichte noch gut für ein ausgiebiges Mittagessen. Dafür haben wir jetzt das Abendessen supponiert. Morgen werden wir noch vor der Stadtgrenze 1500 km hinter uns gebracht haben! Zudem befindet sich Sahagún genau in der Mitte des spanischen Caminos.
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04.10.09: 22. Tag Frómista
Schon früh erwartet uns ein reichhaltiges Frühstücksbuffet. Bereits um 9 Uhr verlassen wir das verschlafene Burgos. Auf dem gut ausgebauten Radweg sind wir im Nu an der Stadtgrenze. Offenbar hatten viele Pilger in Burgos übernachtet. Ganze Heerscharen machten sich auf den Weg.
Wieder einmal auf einer scheinbar nur für uns allein gebauten Strasse erwartete uns eine Rolleretappe auf 800-900 m ü. M. Heute galt es, etwas mehr Kilometer zurückzulegen: 78 km. Am Morgen wehte der Wind ausnahmsweise nicht so heftig, daher kamen wir flott voran. Gegen Mittag aber begannen sich die unzähligen Windräder zu drehen. Wir spürten sofort, was das zu bedeuten hatte! Hoffentlich treibt dieser Westwind die im Meteo angekündigten Schlechtwetterwolken nicht zu schnell in unsere Region.
Im reservierten Hostal in Frómista erwartet uns ein gemütliches Zimmer. Wir besuchen noch 2 der 3 Bars des Ortes, da wir laut unserer Hausherrin zu früh angekommen sind. Normalerweise würden die Velofahrer, die die gleiche Etappe absolvieren, nicht vor 17 Uhr auftauchen. Für uns reicht die Zeit auch noch für den Besuch der Kirche und des dazugehörenden Museums.
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03.10.09: 21. Tag Burgos
Zu früh (7.20 Uhr) Tagwache! Nach einem kurzen Frühstück im Hotel nehmen wir unsere frisch gewaschenen Sachen entgegen und packen den Rest in unsere Gepäcktaschen. Kurz einfahren, dann nach rechts abgebogen und schon waren wir alleine in der grandiosen Morgenlandschaft. Mehr als eine Stunde ging es nun bergauf in den Montes de Oca, ohne einer Menschenseele zu begegnen. Wir haben sogar ein Reh beobachten können. Dieser Umweg abseits der N120 hat sich total gelohnt. Es war einfach fantastisch!
Wieder in der Zivilisation zeigten sich die Einheimischen, die heute Samstag alle am Baumnüsse sammeln waren, besorgt, dass wir vom richtigen Weg abgekommen seien. Aber keine Sorge, unsere Vorbereitungen führten uns bereits um 15 Uhr vor die Tore von Burgos. Durch wunderschöne Parkanlagen gelangten wir direkt ins Zentrum der Stadt. Jetzt ging uns ein Licht auf: unser Hotelbesitzer von Belorado hatte unzählige Telefongespräche führen müssen, um für uns ein sehr gutes Hotelzimmer mitten in der Stadt reservieren zu können. Dieses Wochenende finden in Burgos mittelalterliche Festspiele statt. Die ganze Stadt ist auf der Strasse. Herausgeputzt sind nicht nur Strassen und Gassen, sondern alle Leute vom Baby zum Kind, über das Mami bis zum gepflegten Senioren. Verschämt stürzen wir uns in unsere für jede Stadt erstmals getragenen Klamotten und eilen in die alles überragende Kathedrale von Burgos. Wirklich, das haben wir noch nie gesehen: filigrane Ornamente strahlten, als ob sie erst gestern geschaffen worden wären. Der Rundgang durch die Kathedrale war ein kulturhistorischer Höhepunkt auf unserer Reise. Beinahe haben wir übersehen, dass wir auch an der Grabstätte des berühmten spanischen Nationalhelden El Cid gestanden sind. Nach der Kathedrale zurück ins heutige Leben und am Arlanzòn nochmals eintauchen ins quirlige Treiben dieser tollen Stadt!
Zurück im Hotel erkundigen wir uns beim Concierge wegen dem Abendessen. Wenn wir um 21 Uhr essen möchten, müssten wir nicht reservieren, um diese Zeit hätte es noch keine Leute. Der hatte sich getäuscht - der ganze Laden war schon voll! An der Bar wurden wild Tapas, Wein und Bier bestellt. Dazwischen hatte der wirklich vielbeschäftigte Barkeeper aber noch Musse, sich um einen Platz für uns zwei zu bemühen. Jetzt sitzen wir bei einem feinen Nachtessen und lassen den heutigen Tag Revue passieren.
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02.10.09: 20. Tag Belorado
Sehr gut und lange geschlafen-Wecker stumm geschaltet! Da wir nur 42 km vorhatten, durften wir das erste Mal ausschlafen. Nach dem für spanische Verhältnisse überreichen Frühstück kam die Ueberraschung: 2x Mittagessen, 2x Abendessen, 2x Frühstück und ein wunderbares , sauberes Doppelzimmer mit Aufenthaltsraum für total 88.75 Euros.
Nach dem herzlichen Abschied ging es kurz bergauf. Wir besuchten Santo Domingo de las Calzadas, das ist das mit den Hühnern in der Kirche und fuhren weiter durch das riesengroße Land. Vom Anblick der schnurgeraden Strassen bis zum Horizont wurden wir fast erschlagen. An diesen Strassen erkannte man auch, dass es offenbar finanziell ganz unterschiedlich dastehende Provinzen gibt. Bis zur Grenze zu Burgos war die Strasse (unterhalten von der Provinz Rioja) flach wie ein Teppich, ausgestattet mit einem Radstreifen. Danach auf einen Schlag Flickwerk pur! Und das bis an die Stadtgrenze von Belorado unserem heutigen Etappenziel.
Wir fanden schnell unser vorreserviertes Hotel Jacobeo, das sehr empfehlenswert ist. Da wir so zeitig am Ort waren, haben wir nochmals unsere Depots aufgefüllt und um 15 Uhr zu Mittag gegessen. Nachher gab es Sightseeing und im Albergue Quatro Cantones wieder einmal Gelegenheit, ein paar Infos ins Internet zu stellen. Da wir in der Zwischenzeit schon sehr spanisch fühlen, hatten wir keine Mühe, um 21 Uhr eine Cena zu uns zu nehmen. Jetzt, um 22.45 Uhr geht unser Cuba libre zu Ende und wir zu Bett.
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01.10.09: 19. Tag Cañas
Nach einem exzellenten Nachessen im Parador von Viana schlugen wir uns eine schlaflose Nacht um die Ohren. So früh gepackt wie heute Morgen war noch nie! Noch schnell im Café ein Gipfeli und einen Pfefferminztee zur Stärkung und schon gings bergab in die Hauptstadt der berühmten Weinprovinz Rioja nach Logroño. Nach der Durchquerung der Stadt gings durch eine der vielen Parkanlagen wo sich auf dem Camino auch die sportlichen Einheimischen fittrimmten, hinaus in die Landschaft. Zu eigentlich ersten Mal trafen wir auch etliche Radpilger. Ein vollbepackter Deutscher ist seit Köln mit seinem halben Haushalt unterwegs, und die Deutsche aus Stuttgart, die erst in Pamplona gestartet ist, aber bereits einen ausgepumpten Eindruck macht, lassen wir trotz heftigem Gegenwind hinter uns. Durch die grossartige Weingegend von Rioja, wo bereits fleissig die Ernte 2009 eingebracht wird, eilen wir Cañas entgegen. Dank dem frühen Aufstehen und der erneuten Kurzetappe von gut 50 km, erreichen wir unser kleines Hotel mit Restaurant genau zur Mittagszeit (15 Uhr). Das Restaurant macht einen so guten Eindruck, dass wir uns sofort noch in den Veloklamotten an den Mittagstisch setzen. Wir haben es nicht bereut! Danach blieb noch genug Zeit für Pflege von Körper und Geist. Wir besuchten das Zisterzienserkloster aus dem 13. Jahrhundert mit seinem zum Wandeln einladenden Kreuzgang. Beim Rundgang durch das 100-Seelendorf (inkl. 9 Nonnen) kamen wir mit zwei älteren Frauen ins Gespräch. Dabei erfuhren wir, dass die zum spanischen Essen natürlich dazu gehörenden Kartoffeln offenbar beim Produzenten 6 Cents pro Kilo kosten. Kein Wunder, haben wir in Spanien wie auch in Frankreich viele Felder an nicht abgeernteten Erträgen vorgefunden.
Jetzt, es ist 21 Uhr, freuen wir uns auf ein feines Abendessen mit den obligaten "patatas fritas", das uns die Hotelinhaberin, Köchin, Mutter usw. alles in einem, servierte.
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30.09.09: 18. Tag Viana
Heute erwartet uns eine ungewohnt kurze Etappe. Es ist uns geradezu unheimlich, dass es nur 41 Kilometer zu fahren gibt, aber unseren Körper tut das sicher gut. Unterwegs haben wir richtig Zeit, um durch die wunderschönen Dörfer zu "gondeln" und etwas mehr Fotohalte einzuschalten. Es ist eine imposante Landschaft: Riesige Getreidefelder, die schon abgeerntet und dürr sind, wechseln sich ab mit Reben und Olivenbäumen, die wahrscheinlich letzten noch zu erntenden Früchte. Im Hostal haben wir ein Schuhkartonzimmer bezogen. Daher geniessen wir die sagenhafte Aussicht aus dem Park von Viana.
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29.09.09: 17. Tag Estella
Auf Anraten der gestern konsultierten Apothekerin sollte der heutige Tag ein Fastentag werden. Er begann mit einem halben Naturejoghurt und einem Pfefferminztee. "Vollgetankt" brausten wir abwärts nach Pamplona. Nach kilometerlanger Fahrt durch die Parkanlagen vor Pamplona, gelangten wir direkt in die Altstadt. Auch hier dominierten leider Bagger- und Aushubarbeiten. Ohne grosse Probleme fanden wir die Ausfahrt aus der Hauptstadt Navarras. Schon nach wenigen Kilometern waren wir wieder fast allein auf der Strasse. Auf der N1110 ging es dem Alto de Perdon entgegen. Die riesigen Windräder auf dem Grat wiesen uns von weitem den Weg. Der gut zu bewältigende Aufstieg wurde belohnt mit einer rasanten Abfahrt nach Puente de la Reina. Nun reihten sich wie gewohnt Flachstücke, Auf- und Abstiege aneinander durch ein heisses, trockenes, beeindruckendes Land bis nach Estella.
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Kurzbericht zu den Tagen 29 bis 31
11.10.09 29. Tag Portomarín
Heute sind wir von Alto do Poio bis nach Portomarín geradelt.
12.10.09 30. Tag Arzúa
Heute ist die zweitletzte Etappe - bald werden wir am Ziel unserer Reise sein. Heute endete die Etappe aber in Arzúa. Die verbleibenden Kilometer bis nach Santiago de Compostela sollten wir morgen an einem Stück bewältigen können.
13.10.09 31. Tag Santiago de Compostela
Es ist soweit, wir sind am Ziel angelangt: Santiago de Compostela. Die verbleibenden Tage bis zu unserer Rückkehr werden wir wohl nicht mehr auf dem Fahrrad verbringen. Viel eher geniessen wir die Sehenswürdigkeiten und kulinarischen Vorzüge der Gegend.
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Kurzbericht zu den Tagen 20 bis 28
Wieder einmal macht und die Technik beziehungsweise deren Verfügbarkeit einen Strich durch die Rechnung. Weil wir seit einer Weile wieder keinen Internetzugang gefunden haben, folgt hier nochmals ein Kurzbericht zu den vergangenen Tagen.
02.10.09 20. Tag Belorado
Unsere heutige Reise nach Belorado führte uns durch die weltbekannte Weingegend von Rioja. Für allzu ausgiebige Weindegustationen ist heute aber vermutlich nicht der richtige Zeitpunkt...
03.10.09 21. Tag Burgos
Über die Montes de Oca fuhren wir heute bis nach Burgos.
04.10.09 22. Tag Fromista
Von Burgos reisten wir heute bis nach Fromista - es geht gut voran, doch einige harte Etappen warten noch auf uns.
05.10.09 23. Tag Sahagún
Durch Castilla y León fuhren wir heute bis nach Sahagún, einem Pilgerort.
06.10.09 24. Tag León
Weiter ging es heute bis nach León.
07.10.09 25. Tag Murias de Rechivaldo
Über Astorga führte uns der Weg nach Murias de Rechivaldo, einem wirklich kleinen Ort.
08.10.09 26. Tag Ruhetag
Heute genossen wir (endlich wieder einmal) einen Ruhetag in Murias. Diese Pause können wir wirklich brauchen, weil nun zwei harte Etappen auf uns warten!
09.10.09 27. Tag Cacabelos
Bevor wir in Cacabelos ankamen, wartete der Cruz de Ferro auf uns. Ein Berg, der es wirklich in sich hat. Mit 1505m ist das der höchste Punkt unserer Reise. Zugleich auch ein persönlicher Höhepunkt - wir haben es geschafft!
10.10.09 28. Tag Alto do Poio
Heute wartete wieder eine harte Bergetappe auf uns, man könnte fast sagen sie sei die Königsetappe. Über den Alto do Cebreiro (1300 m), den Alto do San Roque (1270 m) quälten wir uns nach Alto do Poio (1335 m). "Alto", also hoch, waren die Anforderungen heute wirklich... Doch schon bald sind wir am Ziel!
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28.09.09 16. Tag Zubiri
Nach dem Frühstück wuchs unsere Entschlossenheit, die Pyrenäen mit eigener Muskelkraft zu überqueren und auf motorisierte Fremdhilfe zu verzichten - pilgern muss erlitten werden. Erstaunlich zügig gingen die ersten Kilometer vorbei und mit der Zeit bekamen wir einen guten Rhythmus. Wir holten schon bald einen deutschen Radpilger ein, der während unserem Frühstück schon an unserem Hotel vorbei fuhr. Die wunderbare Berlandschaft verlieh uns Flügel und wir konnten schon bald die Kirche auf dem Ibañetapass (1057 M.ü.M) erkennen. Was für ein gutes Gefühl. Die steife Bise zwang uns unsere warem Sachen anzuziehen, bevor wir im Eiltempo Roncesvalles entgegenflogen. Wir entschlossen uns den Erropass (802 M.ü.M) noch zu überqueren und auf gut Glück in Zubiri nach einer Unterkunft Ausschau zu halten. In einer Pension teilten wir uns mit ein paar Spaniern eine komplette Wohnung. Sollten die Spanier müde genung sein, würde das ein geruhsamer Abend werden.
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27.09.09 15. Tag Ruhetag in St. Jean-Pied-de-Port
Nach einer fiebrigen Nacht haben wir die Apotheke fast aufgekauft und sind jetzt gerüstet für den Kirchgang. Es war eine sehr feierliche Messe, bei der alle Lieder in baskisch gesungen wurden. Wir waren ungeben von lauter Einheimischen, ausgestattet mit wunderbaren Stimmen, die die Lieder mit grosser Überzeugung sangen.
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26.09.09 14. Tag St. Jean-Pied-de-Port
Nach einer "abwechslungsreichen" Nacht nehmen wir ein kleines Diätfrühstücklein zu uns - ein wahres Schlaraffenland hätte auf uns gewartet. Gestärkt mit viel Tee machen wir uns doch noch auf den Weg. Das erste Mal ohne Nebel! Zum Glück war für heute einfach nur ankommen in St. Jean-Pied-de-Port vor Kontrollschluss angesagt...
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25.09.09 13. Tag Navarrenx
Der heutige Tag versprach eine kurze 60km Etappe. Da wir offenbar die Ausläufer der Pyrenäen queren müssen, haben wir das zweifelhafte Vergnügen, einmal mehr hunderte von Höhenmetern zu absolvieren. Dies bei nicht ganz einwandfreiem körperlichem Zustand. Trotzdem sind wir bereits um 16 Uhr in Navarrenx eingetroffen. Unsere Velos waren diese Nacht im Salle de réunion bestens versorgt.
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24.09.09 12. Tag Pimbo
Auch heute zeigt sich erst zur Mittagszeit die Sonne. Dank den monatelangen Vorbereitungen des GPS fahren wir wie die Einheimischen durch die Strassen. Ein Problem entsteht eigentlich nur, wenn eine Umleitung signalisiert ist. Wir sind ja in Frankeich und hier existieren wohl keine Velofahrer. Also mutig in die verbotene Fahrrichtung eingebogen und die verkehrsfreie Strasse genossen. Bald stellt sich herhaus, dass für uns extra eine Autobahn erstellt wird. Sie ist zwar noch nicht ganz fertig, aber befahrbar. Ein grosses Problem stellt sich aber, wenn der eigentlich gewünschte Weg auf der anderen Seite der Baustelle auftaucht. Wie gelangt man von der Autobahnbaustelle durch einen Morasttümpel auf unseren Weg? Absteigen, schieben. Tönt einfach; aber die Velos versinken im Morast. An schnelles weiterfahren ist nicht zu denken, den die Räder lassen sich nicht mehr drehen wegen dem zwischen Rad und Schutzblech eingeklemmten Dreck. Wir haben ganz "unpilgerlich" vor uns hingeflucht, dadurch wurde es allerdings auch nicht besser. Also mit Blättern und kleinen Stecklein den klebrigen Brei von den Pneus, Schutzblechen, Bremsen und Schuhen gekratzt. Und weiter gings. Doch wie bringen wir unserer Gastgeberin unsere Dreckhaufen bei? Kurz vor unserem Ziel kombinierte mein Göttergatte: Kirche - Friedhof - Wasser! Sogar ein Schlauch war vorhanden. Offenbar haben wir doch nicht zu fest geflucht, so konnten wir unsere Velos abspritzen und mit einigermassen sauberen Velos bei unserer Madame auftauchen. Wir wurden ganz herzlich im schönen Haus empfangen. Zwei französische Fusspilger haben auch in diesem Chambre d'hotes Unterschlupf gefunden. Nach dem Abendessen haben wir uns dank unserem Schulfranzösisch wunderbar unterhalten. Die Gastgeberin musste bereits um 7 Uhr zur Arbeit. Sie vertraute uns das ganze Haus an. Das Morgenessen war bereit und wir konnten in aller Ruhe unsere sieben Sachen packen, das Haus abschliessen und den Schlüssel verstecken.
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23.09.09 11. Tag Eauze
Gibt es grauer als grau? Es gibts!
Nähmlich das Wetter das uns heute morgen erwartet. Die Sonne wird sich aber sicher zeigen - wir cremen uns auf alle Fälle ein. Nach dem Mittagessen lichtete sich der Nebel und es wurde sonnig warm. Dadurch wurde der Blick klar auf das, was uns der ganzen Tag erwartete. Nämlich eine Horroraufgabe für die Mathematik-Meisterprüfung: Auf 80km haben es wir geschafft, 1080 Höhenmeter zu absolvieren! Wir haben uns immer zwischen 100 und 200m über Meer bewegt. Wieviel Mal fuhren wir in eine Gegensteigung hinein, bei der man in den ersten Gang schalten musste?
Eauze sollte man besser in ein bis zwei Jahren besuchen, es ist eine reine Baustelle.
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22.09.09 10. Tag Mansonville
Wunderbar geschlafen im Himmelbett. Blick aus dem Fenster - gleiche Farbe wie fast jeden Tag: Grau in Grau.
Zuversichtlich, dass sich der Nebel auflockern würde, gings flott los bis uns die schemenhafte Umrisse von Lauzerte zur linken begrüssten. Weiter im Sauseschritt bis Moissac. Am Canal de Garonne genossen wir bei wunderschönen Ausicht und Unterhaltung mit einem Fischer unser Sandwich. Weiter gings auf dem tollen Radweg, vorbei an Schleusen ansteuernden Kapitänen mit ihren gemieteten Hausbooten. Nach der Überquerung der Garonne gings weg vom Fluss wieder in die Hügel Richtung Auvillar. Noch 9km bis zu unserem Ziel in Mansonville, wo für uns der Zimmerschlüssel hinterlegt ist, da Pension, Restaurant und dazugehöriger Laden heute eigentlich geschlossen wären. Wir haben ein wunderschönes Zimmer angetroffen und anschliessend im ganzen Dorf nach etwas ess- und trinkbarem gesucht. Nichts zu machen: alles wie ausgestorben. Wir stellen uns schon vor, dass wir uns mit Energieriegeln, Traubenzucker und Wasser aus dem Hahnen zufrieden geben müssen. Da taucht die Chefin doch noch auf und erlöst uns von den bösen Gedanken.
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Nachtrag: Ausführlicher Bericht Teil II
Hier folgt ein weiterer Teil unseres Reiseberichts:
16.09.09 4. Etappe St. Julien Molin Molete - St. Julien Chapteuil
Gleiches Wetter, gleiches Tenue.
Überquerung des Col Du Banchet nach Bourg Argental. Anstieg zum Col du Tracol (1030m). Wir montieren sämtliche Hüllen, inkl, Ohrwärmer für die bei schönem Wetter sicher genussvolle Abfahrt bis St. Julien Chapteuil. Das war ein echt schwerer Tag.
Die Entschädigung holen wir uns in Form eines wunderbaren, wohlarrangierten Menues. Fotos haben wir an diesem Tag keines geschossen, alle hätten gleich ausgesehen; nämlich grau in grau, Nebel, Strasse, schemenhafte Konturen von Wäldern und Feldern...
17.09.09 5. Etappe nach Saugues
Endlich begleitete uns auf dem Weg die Sonne. Schon bald erblickten wir die grosse, weithin sichtbare Marienstatue und die Kathedrale von Puy en Velay. Bei der Erkundung des Ortskerns fühlten wir uns ins Mittelalter zurückversetzt. Kaum hatten wir die Stadt verlassen, waren wir wieder alleine auf weiter Flur. Trotz der eindringlichen Warnungen der Einheimischen nahmen wir für den Tagesabschluss nach dem Aufstieg von Monistor d'Allier (619m) den 1050m hohen Übergang nach Sauges in Angriff.
18.09.09 6. Etappe nach Nasbinals
Der Aufstieg von Sauges auf die 1310m über Meer gelegene Hochebene (ist übertrieben von einer Ebene zu sprechen) gelang uns noch auf trockener Strasse. Danach ärgete uns ein starker, böenartiger Wind, kombiniert mit unangenehm kaltem Regen bis Nasbinals. Die grandiose Naturkulisse half uns den Widrigkeiten dieses Tages, der wettertechnisch ein Meisterstück war, zu trotzen und guten Mutes anzukommen.
19.09.09 7. Etappe nach Congues
Es scheint uns eines treu zu bleiben: das schlechte Wetter. Der Aufstieg von Nasbinals auf den Col d'Aubrac (1340m) fiel uns trotz Wind und Nebel zu unserem eigenen Erstaunen nicht schwer. Auf der Passhöhe hiess es wieder alle möglichen Schutzgegenstände zu montieren, und die 26km (!!!) lange Abfahrt heil zu überstehen. Noch nie waren wir über die einzinge kleine Gegensteigung so froh wie heute, der Körper erreichte kurzzeitig einigermassen Normaltemperatur. In Estaing haben wir entschieden, bis Congues weiter zu fahren. Da es Samstagabend war, erwies sich die Suche nach einer Unterkunft etwas schwierig. Nach dem 5. Telefon haben wir uns Logie bei Madame Bony reserviert. Ein erfahrener französischer Pilger riet uns, nicht über die Berge zu fahren, sondern dem Lot zu folgen. Die verbleibenden noch fast 50 km nahmen wir im Sauseschritt in Angriff, immer mit den schweren Regenwolken im Nacken. Nach 95km erreichten wir unsere Hausmutter doch noch tropfnass. Nachdem sich Md. Bony bei einem Tee Framboise über die Staatsgeier ereifert hatte (kennen wir das nicht auch?), gingen wir beinahe als Einheimische in die Kathedrale zur Vesper. Die feierlichen Mönchsgesänge rundeten die kleine Andacht ab.
20.09.09 8. Etappe nach Cajarc
8 Uhr Pilgermesse, haben wir gedacht - ausser Sonntags haben wir erfahren. Ungewohnt frühes Frühstück, Proviant für unterwegs eingekauft und schon hiess es Abschied nehmen vom mittelalterlichen Congues. Den ganzen Weg bis Cajarc blieben wir dem Lot treu.
21.09.09 9. Etappe nach Moncuq
Nach einem wunderbaren Nachtessen in einem kleinen Familienbeizli und einem wohlverdienten gesunden Schlaf, fuhren wir einem trockenen Tag entgegen. Der letzte Tag am Lot führte uns durch eine wildromantische Fluss- und Felsenlandsachaft nach Cahors. Dort holte uns die Zivilisation wieder ein - aber gewaltig. Obwohl es viele Sehenswürdigkeiten gegeben hätte, wollten wir so schnell wie möglich wieder aus dieser grossen Stadt hinaus. Was uns aber nicht auf Anhieb gelang. Wir kreisten ein paar Mal, bevor wir auf der Ausfallstrasse mit dem riesigen Verkeher der Stadt den Rücken zukehren konnten. Rauf und runter über Land bis uns der hohe Turm von Montcuq willkommen hiess.
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Nachtrag: Ausführlicher Bericht Teil I
Wie versprochen folgt hier als Nachtrag der ausführliche Reisebericht. Die neuesten Fotos sind hier bereits in der Galerie zu sehen.
13.09 Weinfelden-Genf-Culoz
4.30 Uhr Tagwache. Zum Glück war alles schon gepackt. Frühaufsteher und Spätheimkehrer treffen sich auf dem Bahnhof. Die erste Foto unserer Reise wurde von einem munteren Spätheimkommer in Weinfelden geschossen. In Genf holen wir uns den ersten Pilgerstempel in der Eglise Notre Dame de Geneve. Dank der Vorbreitungen am GPS-Gerät sind wir wie die Einheimischen durch Genf und anschliessend völlig unbemerkt nach Frankreich gefahren. Auf unserer ersten Tagesetappe hatten wir einige steile, steinige Abschnitte und zum Glück auch wunderschöne Abfahrten zu geniessen bis wir in Culoz angekommen sind. Es erwartete uns unsere erste Nacht im Wohnwagen...
14.09 Culoz - Côte-St.-André
Nach einer frostigen, feuchten Nacht der wir dank langer Thermowäsche getrotzt haben, fuhren wir nach Chanaz. Eine eindrückliche Fahrt der Rhone entlang mit viel Gegenwind (sogar die Rhone floss aufwärts) führte uns nach Côte-St.-André. Begrüsst wurden wir von einem Thurgauer Ehepaar das bereits beim Apero sass. Ein gemeinsames Abendessen mit interessanten Gesprächen rundeten den Abend ab.
15.09 Côte-St.-André - St. Julien Molin Molette
An diesem Tag begann die harte Tour. Schnell fing es an zu regnen. Nun hiess es Regenkleider montieren. Wir konnten die Fahrt nicht richtig geniessen, eindrücklich war aber z.b. die Überquerung der breiten Rhone von der wir uns nach einem steilen Anstieg durch die Rebberge von Chavanay verabschiedeten. Am Etappenziel erwartete uns ein Chambre d'hote in einem Herrschaftssitz in einem grossen Park. Der Hausherr kümmerte sich liebevoll um unser leibliches Wohl.
Nun müssen wir den Bericht an dieser Stelle abbrechen und ein ander Mal fortsetzen - der nächste möchte an den öffentlichen Computer...
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Tage 4 bis 9
Leider gestaltet sich die Sache mit dem Internetzugang nach wie vor einiges schwieriger, als wir uns das erhofft haben. Immerhin konnten wir schon einige Fotos von unserer bisherigen Reise ins Internet stellen. Zu sehen sind sie in unserer Gallerie. Um dorthin zu gelangen bitte hier klicken. In Mitleidenschaft gezogen ist durch die Schwierigkeiten mit dem Internetzugang auch der Reisebericht, der auch dieses mal noch etwas knapp ausfällt. Es bleibt aber beim Versprechen: Wir lassen einen ausführlichen Bericht folgen! Ausserdem haben wir noch einige Fotos in petto, die wir ebenfalls ins Internet stellen werden, sobald sich die Gelegenheit ergibt.
Wir beschränken uns hier auf die zurückgelegten Etappen: Am 4. Tag sind wir bis St. Julien Chapteuil gelangt. Auf dieser Etappe mussten wir den Col Tracol überwinden. Tag 5 führte uns über Puy en Velay nach Saugues. Am 6. Reisetag war das Ziel der Etappe Naspinals. Tag 7 brachte uns wieder einmal einen Berg: Der Col d'Aubrac kostete uns einiges an Schweiss, bevor wir erschöpft, aber glücklich in Congues unsere verdiente Ruhe geniessen konnten. Dem Fluss Lot entlang fuhren wir am 8. Tag unserer Reise bis nach Cajarc. Die Wasser des Lot waren auch am Tag 9 unsere Begleiter, als wir über Cahors bis Montcuq gelangten, von wo aus dieser Bericht geschrieben worden ist. Bisher haben wir zwar in körperlicher Hinsicht ein hartes Programm hinter uns, aber wir sind bereit für weitere Kilometer auf dem Weg nach Santiago de Compostela!
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Tage 1 bis 3
Eine Vorbemerkung: Leider fällt dieser erste Reisebericht noch ziemlich kurz aus. Wenn wir alle technischen Probleme gelöst haben, folgen noch weitere Informationen dazu sowie die ersten Bilder.
Nun aber zu unserer Reise. Wir starteten in Genf und kamen am ersten Tag bis nach Culoz. Am zweiten Tag gönnten wir uns keine Pause und erreichten Côte-St.-André. Auch am dritten Tag wollten wir unsere Reise fortsetzen - angesichts des Regens keine allzu verlockende Aussicht. Unter dem beständigen Einfluss von Petrus kamen wir schliesslich trotzdem in St.-Julien-Molin-Molette an, froh ein schützendes Dach vorzufinden.
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Vor der Veloreise
Endlich ist es so weit! Seit Ostern bereiten wir uns auf die langersehnte Reise vor.
Um unsere Kondition auf ein annähernd "jakobswegtaugliches" Niveau zu bringen (von Genf aus sind es doch rund 2000 km) benutzen wir jede Gelegenheit, um auf unsere Drahtesel zu steigen. Da zur Distanz auch sehr viele Höhenmeter dazu kommen, versuchen wir bei unseren Trainingsfahrten rund um den Thurgau möglichst viele Hügel mit einzubeziehen.
Nebst der Stärkung unserer Beinmuskulatur gilt unser Hauptaugenmerk der Reiseroute. Ziel ist es, mit unseren Reiserädern auf, oder zumindest so nahe wie möglich am Jakobsweg entlang fahren zu können. Da unser robustes Outdoor-GPS-Gerät leider nicht von sich aus weiss, auf welchen Strassen wir uns am besten mit dem Velo fortbewegen um nicht ständig dem Autoverkehr ausgesetzt zu sein, haben wir am Computer in ungezählten Stunden unsere Jakobsweg-Route eingerichtet. Zusätzlich sind die Sehenswürdigkeiten an unserer Strecke mit Wegpunkten markiert. Die etwas aufwendige Routenplanung sollte uns während der Reise eigentlich erlauben auf das mühsame Wegesuchen und das Einlegen von Ehrenrunden verzichten zu können. Dieser Aufwand sollte dazu führen, dass wir auf der Fahrt mehr Zeit haben fürs Schauen, Staunen, Begegnen oder ganz einfach um die Seele baumeln lassen zu können!
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